Vorteile der Zertifizierung von Gebäuden
Passivhäuser sind nicht per Gesetz oder Verordnung eingeführt - es handelt sich um einen freiwillig vereinbarten Standard. Dieser Standard ist jedoch klar und unmissverständlich definiert: Das Passivhaus Institut hat die Kriterien für Passivhäuser für unterschiedliche Bauaufgaben formuliert. Es handelt sich dabei ausschließlich um sogenannte „funktionale Kriterien“, d.h. es werden nicht einzelne bauliche oder technische Details festgelegt, sondern es wird eine insgesamt stimmige Planung mit kompetent ausgeführter Energiebilanz, Ausarbeitung der Details und Dokumentation der Komponenten verlangt. Dadurch wird erreicht, dass das geplante Gebäude in der Praxis wirklich die Ergebnisse erbringen kann, die von ihm erwartet werden.
Sorgfältige Planung
Die Zertifizierung dient der Sicherung der Qualität. Der Schwerpunkt liegt dabei bei der Planung, denn nur eine praxisgerechte Planung kann an der Baustelle in ein funktionierendes Gebäude umgesetzt werden: Luftdichtheit, Wärmebrückenfreiheit, hochwertige Fenster und deren Einbau, Lüftungsanlage und übrige Haustechnik müssen zielgerecht geplant und aufeinander abgestimmt sein (in der Fachwelt spricht man von integraler Planung).
Das Passivhaus Projektierungs-Paket – das Tool zur Planung
Dabei hilft vor allem ein Tool: Das Passivhaus Projektierungs-Paket (PHPP). Im PHPP sind die Erfahrungen von Jahrzehnte langer erfolgreicher Passivhaus-Planung zusammengeführt. Wer das PHPP bei der Planung verwendet, wird auf zusammenpassende und wirksame Lösungen geführt - und hat zugleich die Chance, kostengünstig zu bauen. Das PHPP verantwortungsvoll einzusetzen bedeutet zugleich, dass die gewählten Lösungen dokumentiert und die zugehörigen Kennwerte ermittelt werden müssen (z.B. die Wärmedurchgangskoeffizienten der Verglasungen). Diese Werte entnimmt der Planer unabhängigen Prüfzeugnissen. Haben die Bauteile allerdings das Zertifikat „zertifizierte Passivhaus Komponente, so können die dort angegebenen Werte ganz einfach ins PHPP übernommen werden.
Vorteile der Zertifizierung eines geplanten Passivhauses für Planer und Bauherrschaft
- Der Planer kann auf Jahrzehnte lang gesammeltes Know-how der qualifizierten Zertifizierer zurückgreifen und erleichtert sich so den Planungsprozess.
- Der Planer erhält im Zertifizierungsprozess wertvolle Hinweise, wie die Qualität verbessert, die Lösungen vereinfacht, besser ausführbar und kostengünstiger umgesetzt werden können.
- Der Bauherr kann mit einem Zertifikat des Passivhaus Instituts sicher sein, dass sein Gebäude wirklich ein Passivhaus wird - und sich somit seine Investition in qualitätsvollere Komponenten lohnt.
- Oftmals wird ein Objekt durch die Begleitung eines erfahrenen Passivhaus-Zertifizierers kostengünstiger.
Das Zertifikat
Der Auftraggeber erhält nach Abschluss der Qualitätssicherung, das ist meist nach der Durchführung des Drucktests, eine Urkunde sowie ein Zertifizierungsheft. Dieses umfasst die für das Zertifikat maßgeblichen Seiten des PHPP. Zugleich ist es eine umfassende Dokumentation des Gebäudes bzgl. seiner wärmetechnischen Eigenschaften. Zudem wird die Hausplakette überreicht, die am Gebäude angebracht werden kann.
Kriterien für Zertifizierung von Passivhäusern mit Wohnnutzung (
pdf 127 KB)
Kriterien für Zertifizierung von Passivhäusern mit Nicht-Wohnnutzung (
pdf 146 KB)
EnerPHit: Zertifizierungskriterien (Wohn- und Nichtwohngebäude) (
pdf 212 KB)
Hausplakette für zertifizierte Passivhäuser
Weitere vom Passivhaus Institut akkreditierte Zertifizierungsstellen
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