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Passivhaus in nordorientierter Lage

Die „richtige“ Orientierung zur Sonne hat bei der Passivhausprojektierung hohe Priorität, stellt doch die passive Solarenergienutzung eine wichtige Energiequelle für ein Passivhaus dar. Umso mehr erstaunt es zunächst, dass bei dem Passiv­hausprojekt mit 19 Wohnungen in Frankfurt Bockenheim 8 Wohnungen fast genau nach Norden ausgerichtet sind. Der Grund liegt in der unverbauten Aussicht von diesem Gebäudeteil auf den Feldberg im Taunus und die ungünstigen Ver­schattungsverhältnisse, wie sie innerstädtisch häufig anzutreffen sind. Es stellt sich die Frage, ob man ein „falsch“ ausgerichtetes Passivhaus mit vertretbarem Aufwand errichten kann.

Das dies sehr wohl geht, zeigt die messtechnische Begleitung (Monitoring) des Projektes durch das Passivhaus Institut! Die insgesamt 1842 m² Wohnfläche der 19 Eigentumswohnungen haben einen gemessenen Heizwärmeverbrauch von 12,2 kWh/(m²a). Und das bei im Winter durchschnittlich behaglichen 21,3 °C Raumtemperatur. Das nordausgerichtete Haus verbraucht mit 14,4 kWh/(m²a) nur 4 kWh/(m²a) mehr als das Südhaus. Damit liegt der Unterschied zwischen den beiden Gebäuden ziemlich genau bei der mit dem PHPP berechneten Größe. Die installierten Heizleistungen des Zuluftheizsystems wurden mit großem Sicherheitsabstand in keiner der 19 Wohnungen benötigt. Innenthermographien zeigen eine extrem geringe Strahlungstemperatur-Asymmetrie, wie sie nur durch die gute Dämmung von Passivhaus-Bauteilen oder ansonsten durch großflächige Flächenheizungen erreichbar sind.

Die Voraussetzung für einen derartigen Erfolg liegt in der guten Planung und Umsetzung der bekannten Passivhausdetails: Hochwärmegedämmte und nahezu wärmebrückenfreie Konstruktion, hohe Luftdichtheit (n50 zwischen 0,2 h-1 und 0,45 h-1), Dreischeibenverglasung in gedämmten Rahmen sowie wohnungsweiser Lüftungstechnik mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung.

Den gesamten Forschungsbericht finden Sie hier -128 Seiten download ( pdf 4,46 MB)

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